Maren Schiller9 Comments

EIN BISSCHEN WINTER

Maren Schiller9 Comments
EIN BISSCHEN WINTER

Und da sind die wieder. Diese Stunden, die ich normalerweise nicht hoch lade.

Die, die in denen ich nicht weiß ob ich lieber alleine oder unter Menschen sein möchte. Wo ich nicht weiß, ob die Anwesenheit und Geschichten anderer meine Stimmung bessern oder nur übertünchen.

Klingt traurig, oder? Ist es auch. Und so ist das Leben nun manchmal, auch im bunten Berlin. Wo strahlende Augen sich in den Scheinfestern spiegeln und du wie in einem Strudel die Treppen der U-Bahn heruntergezogen wirst und dich manchmal doch so alleine fühlst. Ich habe so viel losgelassen in letzter Zeit, dass ich mich so sehr nach dem Festhalten sehne.

Bin so viel freier ohne Menschen, deren Strukturen und Formen nicht mehr in meine gepasst haben. Bin so viel mehr alleine, lern mich selbst kennen und lerne auch, dass ich mich manchmal den ganzen Tag nicht leiden kann. Habe in der letzten Woche so viel geweint wie lange nicht mehr, mich für bescheuert erklärt, für peinlich, für anstrengend und vielleicht auch für menschlich. Komme oft wieder klar, wenn ich draußen bin, die Bahnen und Fahrradfahrer fahren sehe. Sehe, dass alles weiter geht und weiß, dass es auch für mich weiter geht. Weiß nur nicht, wie.

Wieso kommt grad so viel von dem hoch so verborgen schien? Was ich sonst auf etlichen Kilometern im Wald beim Laufen doch schon verarbeitet habe? Plötzlich ist es da, überrumpelt dich und schüttelt die Tränen aus Dir heraus. Wie Frau Holle ihre Kissen in Märchen, nur das es kein Märchen ist.

Auch wenn ich das blonde, sportliche Insta-Girl, oh, sorry, Influencerin bin, weiß ich es manchmal besser wie es ist, nicht gemocht, nicht integriert und nicht akzeptiert zu werden. Ich weiß wie es ist Abneigung zu erfahren, hintergangen und benutzt zu werden und bin froh zu wissen, dass diese Dunkelheit auch vorüber geht. Ich weiß, dass ich einiges schaffen kann und vieles für mich unmöglich ist.

Bin froh, dass es endlich raus kommt und überfordert wie ich damit umgehen soll. Genau das ist grade der Punkt, der sich stetig dreht und wendet. Ich hätte grad selbst gern einen Rabattcode von mir, der mir fünfzehn Prozent dieser Stimmung erlässt. Tippe grad in die Tasten und habe keinen Schimmer, wieso ich das veröffentliche? Vielleicht weil ich zwei Dinge bewerben möchte: Alleinsein, vielleicht auch Zulassen, am besten beides. Ich entlasse euch hier mit der Gravitation meiner Laune und merke, dass mir langsam wieder warm unter der Decke wird. Manchmal muss man als Blogger einfach über sowas schreiben.

drücke euch, Maren